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Sprayer-Konkurrenz: Dem grauen Trübsal ein Ende …

Sprayer-Konkurrenz: Dem grauen Trübsal ein Ende ...

Ungewöhnliche und kreative Wege geht die Kölner Rheinenergie seit Kurzem mit dem Kölner Mediendienstleister Media Cologne: Gemeinsam nehmen sich Agentur und Kunde die grauen Verteilerkästen vor und entwickeln für die oft beschmierten „Stromer“ eine eigene Bilderwelt. Die so entstandenen drei Motive verschönern inzwischen etwa 120 von den grauen Kästen. Das Facelift-Projekt ist Teil von SmartCity Cologne, einer Initiative, die unterschiedlichste Ansätze für den Umweltschutz und das Gelingen der Energiewende unterstützt.

Aus dem Stadtbild sind sie nicht wegzudenken, sorgen sie doch für den Strom, den es braucht, um einen Haushalt mit entsprechender Energie zu versorgen: die grauen Stromkästen. Zu Hunderten stehen sie in den Vierteln der Stadt und sind nicht selten Objekt der Begierde für Sprayer oder Zerstörungsfanatiker. Radikale, rassistische oder andere Schmierereien hat die RheinEnergie meist schnell im Griff, reinigt oder streicht den grauen Kasten und sorgt so für Sauberkeit. Allerdings: Auch sauber sind die Stromkästen keine Augenweide und kommen eher trist daher. Was, so fragt das Projektteam bei der Rheinenergie, können wir tun, um Sprayer von den Kästen fernzuhalten? Und wie können wir dafür sorgen, dass die „Stromer“ attraktiver werden? Mit dieser Anforderung konfrontierte man den langjährigen Agenturpartner Media Cologne. Pascal Reiser, Mitglied des Strategischen Verkaufs, kommentiert die Aufgabe so: „Das war für uns alle eine spannende Herausforderung. Ging es doch nicht nur darum, eine Werbekampagne mit entsprechenden Botschaften und Bilderwelten zu entwickeln, sondern darum, Motive zu entwickeln, die Aufsehen erregen, die Spaß machen und Sprayer oder Schmutzfinken davon abhalten, ihre Visitenkarte zu hinterlassen.“

Entstanden sind so drei Motive, die Geschichten erzählen und neugierig machen. Ein Logo findet man übrigens nicht. Stattdessen eine Holzbox mit einem herzförmigen Ausschnitt, eine Holztruhe mit Bullauge und eine eher futuristisch anmutende Kiste, die mit technischen Formeln bemalt ist und einen viereckigen Ausschnitt hat. Ausschnitte und Bullaugen sind wiedererkennbare Gestaltungselemente und gewähren einen vermeintlichen Blick in das Innere der Stationen. Das Ganze übrigens auf Klebefolie, die mit Spezialmittel auch wieder entfernt oder ausgetauscht werden kann.

„Uns war wichtig, dass die Motive den Kölnern gefallen und darüber hinaus einen Bezug zur RheinEnergie schaffen“, sagt Holger Kahl, zuständiger Projektleiter bei der RheinEnergie. „Die bisherige Resonanz ist durchweg positiv. Wir scheinen also den richtigen Nerv getroffen zu haben.“ Und nicht nur das: Mit der Beklebung scheinen auch die Sprayer das Interesse an den „Stromern“ verloren zu haben. Probleme mit neuen Farbangriffen kann man jedenfalls an den nunmehr bunten Kästen nicht mehr feststellen. Eine Frage der Ehre, heißt es dazu bei Rheinenergie. Sprayer nutzen keine Flächen, die bereits gestaltet sind und damit einen anderen kreativen Absender haben.

Media Cologne ist einer der größten deutschen inhabergeführten Mediendienstleister, der als Spezialist für Handelsmarketing gilt. Das Unternehmen existiert seit mehr als 30 Jahren, verfügt über eine Inhouse-Druckerei und ein eigenes Foto- bzw. Filmstudio, das auch für große Produktionen genutzt werden kann. Mit 160 Mitarbeitern an fünf Standorten erwirtschaftete das Unternehmen 2016 einen mehrstelligen Millionenumsatz mit einem gewachsenen und langjährigen Kundenstamm aus der Versicherungsbranche, dem Handel und der Industrie. Dazu gehören z. B. Generali, Penny, Rheinenergie, der 1. FC Köln, REWE und Toyota. 

SusanneFiederer

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