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Rebsorten, die man kennen sollte … Part II

Barbera – die Rebsorte aus Piemont

Die Rebsorte Barbera ist eine sehr hochwertige Rebsorte, die schon im 13. Jahrhundert im Piemont angebaut wurde. Schon lange beschränkt sich die Traube nicht mehr nur auf Piemont, sondern ist mittlerweile in ganz Italien verbreitet. Die ertragsstarke und anpassungsfähige Sorte liegt nach der Montepulciano und der Sangiovese sogar auf dem dritten Platz der am weit verbreitetsten Rebsorten Italiens.

Außerhalb Italiens wird die Rebsorte heute auch in Argentinien, Mexiko, Australien, Kalifornien, Brasilien, Südafrika, Uruguay, Israel und Rumänien angebaut.

Niedergang und Aufstieg

Die edle Weinrebe geriet in den achtziger Jahren etwas in Verruf, da große Überschüsse, eine sinkende Qualität und niedrige Preise zur Folge hatten.

Die Mengen wurden heute jedoch wieder auf ein vernünftiges Maß angepasst und auch auf die nötige Pflege wird wieder ein großes Augenmerk gelegt. Diese Faktoren führen dazu, dass die Barbera heute wieder als edle Traube gilt, aus der exzellente Weine entstehen.

Die Barbera – robust und ertragsstark

Im Vergleich zu anderen Rebsorten, benötigt die Sorte relativ wenig Pflege und auch beim Klima ist sie nicht besonders empfindlich. Zwar liebt sie die Temperaturen des Piemonts mit seinen heißen Tagen und kühlen Nächten, gegen Frost im Frühjahr ist sie jedoch trotzdem unempfindlich. Da die Rebe spezielle Härchen an den Unterseiten der Blätter hat, kann sie Wasser gut speichern und somit machen ihr auch längere Trockenperioden nicht so viel aus.

Geerntet wird die Barbera zwischen Ende September und Mitte Oktober, und selbst wenn es sich um ein schwieriges Jahr handelte, wirft die Barbera zuverlässige Erträge ab, die für die Winzer wirtschaftlich sind.

Intensive Säure und wenig Tanin

Die Rebsorte wird mitunter im Verschnitt verarbeitet, vor allem im Piemont wird sie jedoch sortenrein ausgebaut.

Die Farbe des fertigen Weins ist dann tiefrubinrot und der Geschmack voller verschiedener Aromen wie nach Wildkirschen, Vanille oder Veilchen.

Werden die Trauben erst geerntet, wenn sie sehr reif sind, dann können sich auch Aromen von Zwetschgen und der berühmten Piemontkirsche entwickeln.

Die Weine besitzen nur einen geringen Tanningehalt und sind sehr kräftig. Getragen werden die Weine von einer kräftigen Säure und sie wirken niemals seicht oder langweilig.

Alltagswein oder günstiges Genießerschnäppchen

Die Barbera Weine können jung getrunken werden und die eleganten Kirscharomen machen sie zum idealen Begleiter für viele Fleisch- oder Wildgerichte. Auch die obligatorische Pizza oder Pasta bekommen mit den Barbera Weinen einen schmackhaften Begleiter an die Seite gestellt.

Die Barbera Weine werden aber nicht nur jung getrunken, sie können auch problemlos über mehrere Jahre hinweg gelagert werden. Wenn die Weine im edlen Barriquefass ausgebaut werden, führt dies nochmals zu einer spürbaren Steigerung der Qualität.

Das Tannin aus dem Holz des Fasses gleich die Säure des Weins gekonnt aus und der Weine wird merklich sanfter und weicher.

Erfreulich ist, dass die Preise auch für länger und hochwertig gelagerte Barbera Weine bezahlbar bleiben und somit auch die etwas feineren Weine alltagstauglich sind.

Mit Volldampf voraus

Der Piemont ist als Weinregion natürlich kein unbekannter Name, denn von hier stammen bekannte Rotweine wie Barbaresco oder Barolo.

Seit ihrem Einbruch in den Achtzigern ist die Barbera jedoch wieder groß im Kommen. Sie steht nun im Interesse von Winzern und Weinfreunden, und dass man ihr eine Anbaufläche von 53.000 Hektar gewidmet hat, spricht für sich.

Man darf gespannt sein, aus dieser Traube wird mit Sicherheit noch das eine oder andere sehr edle Tröpfchen entstehen.

 

SusanneFiederer

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