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GenCEO zum Weltfrauentag: Mehr Frauen an die Macht

GenCEO zum Weltfrauentag: Mehr Frauen an die Macht

Frauen in den Top-Etagen nehmen trotz aller Diskussionen deutlich zu. Und: Sie spielen inzwischen ganz oben mit. Das zeigt das Netzwerk für Führungsfrauen, Generation CEO, mit seinen 188 weiblichen Top-Entscheidern deutlich. Allerdings: Dort, wo man sein könnte, wenn man Frauen ebenso wie Männern Karrieren ermöglichen würde, ist man noch lange nicht. Die Frauen in Spitzengremien haben in den vergangenen Jahren zwar zugenommen, spielen aber immer noch nicht die Rolle, die ihnen eigentlich zustünde. Und: Sind in Sachen Top-Verdienst noch lange nicht auf männlicher Augenhöhe.

Der 8. März ist seit 1910 den Frauen vorbehalten: Durchgesetzt von Clara Zetkin erinnern an diesem Tag Frauen, aber auch immer mehr Männer mit Reden, Erklärungen und Social medialem daran, dass die Geschlechtergerechtigkeit noch lange nicht da ist, wo sie sein sollte. Frauen spielen zwar eine immer größere Rolle, sind aber in den Top-Etagen dieser Republik noch immer unterrepräsentiert. Immerhin: Die Zahl der Frauen in den Vorständen der 160 DAX-, MDAX-, SDAX- und TecDAX-Unternehmen steigt im Jahresvergleich von 43 auf 50 und erhöht damit den Anteil von 6,5 auf 7,3 Prozent. Das stellt die Unternehmensberatung Ernst & Young Anfang des Jahres in ihrer jährlichen Erhebung fest. 27 Prozent der Unternehmen, so die Studie weiter, haben ein weibliches Vorstandsmitglied, allerdings werden nur vier Unternehmen in Deutschland überhaupt von einer Frau geführt. Die Telekommunikation, so eine weitere Erkenntnis, ist die Branche mit dem größten weiblichen Führungsanteil. Geht es so weiter, wird erst 2038 ein Drittel der Vorstandsposten mit Frauen besetzt sein. Eine Bilanz, die ernüchtert

Dass zumindest Deutschland ausreichend top-ausgebildete Frauen vorweisen kann, beweist seit mehr als zehn Jahren jedes Jahr aufs Neue das Führungskräftenetzwerk Generation CEO. 188 Mitglieder gehören aktuell dazu: 63 von ihnen sitzen in unterschiedlichsten internationalen Vorständen, wie etwa bei der Deutschen Bahn, bei ProSieben SAT.1 oder BMW. 15 der Top-Managerinnen stehen als CEO an der Spitze eines Unternehmens. Und: Das Netzwerk kommt insgesamt auf 109 Aufsichtsrats- bzw. Verwaltungsratsmandate.

„Frauen sind in den Top-Etagen angekommen“, kommentiert dann auch einer der führenden deutschen Personalberater Heiner Thorborg, der 2007 das Netzwerk gründete. Und in der Tat: Es bewegt sich etwas in der deutschen Wirtschaft. „Allerdings“, mahnt Thorborg, „von einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis sind wir auch heute noch, im Jahr 2018, weit entfernt. Denn: Trotz aller Diskussionen, trotz der vermaledeiten Quote, trotz immer mehr top-ausgebildeter Frauen … die Vorstandsetagen deutscher Dax-30 Konzerne sind nach wie vor eher männlich, denn weiblich dominiert.“

Thorborg hat recht. Nach wie vor tun sich Unternehmen schwer, die weibliche Führungs-Elite entsprechend zu positionieren – auch wenn sie sich der freiwilligen Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen verschrieben haben und auch wenn der weibliche Vorstand gerade in den DAX 30 Unternehmen scheinbar immer populärer wird. Traurige Realität: Lediglich 12,9 Prozent der Vorstandsposten in DAX-Unternehmen sind mit einer Frau besetzt; im M-DAX bleibt es bei mageren und stagnierenden 4,4 Prozent. Eine ernüchternde Bilanz. Hoffen lässt allerdings die Besetzung der Aufsichtsräte in Deutschland – hier kommt eindeutig mehr Weiblichkeit ins Spiel: Der Frauenanteil der Top 200-Unternehmen liegt bei etwa zehn Prozent, stagniert allerdings seit Jahren. Ein großer Teil der weiblichen Elite des Landes stammt dabei übrigens aus dem Thorborg-Netzwerk: Jede vierte der jetzt 188 Generation-CEO-Frauen sitzt in einem Vorstand, Aufsichts- oder Verwaltungsrat.

Das Prinzip von GenCEO ist so simpel wie überzeugend: Jedes Jahr werden bis zu 15 neue Managerinnen in das Netzwerk aufgenommen. Bewerben kann sich jede, die bereits auf einer entsprechenden Führungsebene mit Budget- und Personalverantwortung angekommen ist, eine exzellente Ausbildung vorweisen kann, über mehrjährige Berufserfahrung und – last but not the least – über interkulturelle Kompetenzen verfügt. Heiner Thorborg entscheidet persönlich, wer Teil des exklusiven Netzwerks werden kann.

Seit 2017 hat GenCEO 188 Mitglieder – Frauen aus den unterschiedlichsten Branchen, alle bereit für den nächsten großen Karriereschritt in den Vorstand oder Aufsichtsrat. Und: Sie alle setzen auf GenCEO. Denn branchenübergreifende Zirkel, in denen die Mitglieder auf Augenhöhe agieren und kommunizieren, sind rar. Eine Tatsache, die alle GenCEO-Mitglieder zu schätzen und zu nutzen wissen. Ihnen allen gemeinsam: Sie wollen es ohne Quote schaffen. Ein Anspruch, den auch Heiner Thorborg mit Nachdruck unterstreicht und begründet: „Eine Quote kann bestenfalls die Ultima Ratio sein. Sie wird weder der Arbeitswelt noch der Lebenswirklichkeit und schon gar nicht den qualifizierten Frauen gerecht.“

Die Initiative Generation CEO – 2007 von Heiner Thorborg gegründet – setzt sich gezielt für die Verbesserung der Situation von weiblichen Führungskräften auf dem Weg ins Top-Management ein. Ziel ist es, die Zahl der Top-Managerinnen in den Unternehmen zu erhöhen und das Bewusstsein für das bislang ungenutzte Führungspotenzial zu schärfen. Generation CEO hat heute 188 Mitglieder. 

SusanneFiederer

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